Wie kann man aus allen möglichen wissenschaftlichen Teildisziplinen eine Metatheorie basteln? Mir scheint, der obere Teil, das sind eher geisteswissenschaftliche Bereiche. Der untere Teil, das ist eher die Naturwissenschaft. Vielleicht (weiterlesen …)
So ein bisschen Gelassenheit…
… ist doch manchmal gar nicht so schlecht.
Ich hab seit einem Jahr einen Blumentopf auf unserem kleinen Balkon stehen, in dem sich eine vertrocknete Pflanze befindet. Schon seit Monaten überlege ich von Zeit zu Zeit, was ich da wohl hineinpflanzen könnte. Nun hat das die Natur selbst in die Hand genommen. Sieht irgendwie interessant aus… mal sehen, was daraus wird.
Antike: Handle so, dass der Ruhm Deiner Taten über die Jahrhunderte hinweg nicht vergessen sein wird.
Mittelalter: Es macht Sinn, der Kirche und Gott zu dienen.
Renaissance: Nimm Dein Leben selbst in die Hand. Der Mensch ist das Maß aller Dinge (das hatten wir vor dem Mittelalter zwar auch schonmal, aber es wurde wieder vergessen). Sinn macht es, selbst zu denken. Da Vinci als Prototyp des schöpferischen Renaissance-Menschen: yes, I can!
Wilhelminische Zeit: Imperialismus. Sinn macht es, die Welt zu erobern. Außerdem: Wissenschaft, Forschung und die Entdeckung der Welt gehen jetzt erst so richtig los. Systematisierung und Kategorisierung machen Sinn.
1930er u. 40er Jahre: Blut und Boden und Volkskörperhygiene als Lebenssinn. Hand in Hand mit Sozialdarwinismus: (weiterlesen …)
Herbstkreativität
Irgendwie auch gut: im Juli spüre ich (wetterbedingt) Herbstruhe. Herr, es ist Zeit. Leg Deinen Schatten auf die Sonnenuhren und auf den Fluren lass die Winde los. Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein und so weiter.
In herbstlicher Atmosphäre lässt es sich leichter kreativ sein, scheint mir. Außen wird es kälter und nass, drinnen bleibt es warm. Aber der Unterschied zwischen drinnen und draußen ist noch nicht so groß, dass man in einen Winterschlaf verfällt. Und man riecht die Welt wieder, verbindet sich dabei mit der Erde, der Natur, dem Urgrund.
Es ist der Zustand, den Hermann Hesse mal irgendwo mal mit dem Bild eines verwelkenden Blumenstraußes beschrieben hat. Das letzte Aufbäumen vor dem Tode, voll, dicht, reich. Ein goldenes Leuchten oder Glühen von innen her. Anders als der Zauber, der jedem neuen Anfang innewohnt, ist die Herbstkreativität die Ernte der gesäten Früchte. Sie braucht nicht mehr die Kraft, die den Boden durchbricht, empordringt, sich durchkämpfen muss, sondern kann langsam, leicht und genüsslich Schritt für Schritt einfach einsammeln, pflücken, was schon da ist. Und daraus etwas Neues, Edles erschaffen.


